Wenn der TV-Hersteller in die Röhre schaut oder wenn der Auspuff nicht mehr qualmt

Was machen Auspuffhersteller in der Zukunft?
Was haben ein Auspuff- und TV-Geräte-Hersteller gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Dennoch: Beide blicken auf eine goldene Vergangenheit zurück. Die Produktion lief auf Hochtouren und das Produkt verkaufte sich quasi von alleine. Der Trend ging zum Zweit- bzw. Drittfernsehgerät, jedes Fahrzeug benötigte ein Endabgasrohr, manche sogar besonders große, manche in einem ganz besonderen Design.

Und wie sieht es heute aus? Besitzen Sie noch einen Röhrenfernseher? Oder würden Sie heute noch einen kaufen? Die Technik ist weiter. Viel weiter. Unaufhaltsam geht die Technik ihren Weg. Technische Evolution – dabei wird auch Bewährtes hinter sich gelassen und durch Neues ersetzt. Wer diesen Moment verpasst, sitzt auf… frisst sich fest und muss früher oder später kapitulieren. Das Beispiel Loewe ist hier fast schon lehrbuchhaft – wenn auch glücklich im Ausgang.

Zulieferer am schwersten betroffen

Der Automobilindustrie wird es wohl ähnlich ergehen. Besonders die Zulieferer werden betroffen sein. Denn wir befinden uns in einem Wandel. Vom Verbrennungsmotor hin zu alternativen Antriebstechniken. Der Elektromotor braucht weniger Bauteile, er braucht andere Bestandteile als ein Verbrennungsmotor. Was macht ein Auspuffhersteller in Zukunft? Wird er weiterhin Auspufftöpfe berechnen, entwickeln, herstellen? Sicherlich nicht in dem Maße wie bisher. Aber was macht denn sein eigentliches Können aus? Ist es der Auspuff selbst? Oder ist es die Verarbeitung von Metallblechen, das Umformen, das Biegen, das Löten, das Wissen um diese Werktechnik? Er wird auch in Zukunft sein Wissen am Markt positionieren können. Denn auch Elektroautos haben Metallteile, Bleche in unterschiedlichen Formen verbaut.

Fortschritt ist mehr Herausforderer als Totschläger

Der technische Fortschritt ist nicht unbedingt ein K.O.-Schläger. Er ist ein Herausforderer. Er fordert die Markbeteiligten auf, sich ihrer Umwelt anzupassen. „Survival of the fittest“ – das Überleben desjenigen, der sich anpassen kann. Der flexibel und vor allem innovativ reagiert. Der sich seinen Potentialen bewusst ist. Derjenige, der weiß, was am Markt benötigt wird, was der Kunde verlangt. Und genau dieses Wissen ist die Basis dafür, dass moderne Technik zielgerichtet eingesetzt wird.

Neue Modelle, disruptive Geschäftsideen sind deshalb erfolgreich, weil sie zwei Dinge verbinden: Das Marktbedürfnis mit unerwartetem, innovativem Technologieeinsatz. Dabei muss weder das Bedürfnis neu sein, noch die einzusetzende Technologie. Aber die Kombination macht es aus, den Markt für sich zu verändern. Die Idee dahinter. Henry Ford hat nicht das Auto erfunden. Er hat auch nicht das Bedürfnis des Marktes erfunden. Er hat aber mit seinem Umdenken in der Produktion des Automobils einen bestehenden Markt „umgeworfen“ – er nutzte Techniken, die es ihm erlaubten, das Auto so günstig zu produzieren, dass es zum Massenprodukt wurde. Eine Herausforderung an die Mitbewerber der damaligen Zeit.

Wie sieht Ihre Herausforderung in der Steuerberatung heute aus? Heißt die Device „weiter wie bisher“ oder eine Kombination aus moderner Technologie und Ausrichtung an Marktbedürfnissen, die zu einem Umdenken führen?