Maschine gegen Rechtsanwalt: 1:0

KI – in Puncto Genauigkeit und Geschwindigkeit unschlagbar

Wenn wir von künstlicher Intelligenz reden, dann winken viele ab und verweisen auf einen Punkt, der weit in der Zukunft liegt. Abgewunken mit „sind noch nicht soweit“, „dauert noch“ oder „theoretisch vielleicht, aber praktisch noch nicht“.

Aber soweit in der Zukunft liegt der Einsatz einer wirksamen künstlichen Intelligenz gar nicht, wie der kleine Wettkampf aus den USA zwischen Anwälten und Maschine zeigt.

Anwalt gegne Roboter
Mensch gegen Maschine… wer hat die Nase vorn?

20 US-Anwälte mussten sich einem Algorithmus geschlagen geben. Die Plattform Lawgeex hatte herausgefordert. In Zusammenarbeit mit Rechtsprofessoren der Stanford University und der Duke University School of Law sowie der University of Southern California wurde ein Testszenario entwickelt, das ergründen sollte, wer bei der Analyse von Verträgen die Nase vorn hat. Ziel war es, innerhalb von vier Stunden fünf sogenannte Non Disclosure Agreements (Geheimhaltungsverträge)  zu prüfen und dabei 30 rechtliche Probleme zu identifizieren.

And the winner is?

Mit einer Genauigkeit von 94% und einer Dauer von nur 26 Sekunden hat die künstliche Intelligenz von Lawgeex die 20-Top-Anwälte geschlagen. Sie benötigten 92 Minuten mit einer Genauigkeit von nur 85%.

In einem Fall schaffte es die KI bei einem Vertrag sogar auf 100% Genauigkeit. Der beste Anwalte schaffte es gerade mal auf 97%.

Interessant die Aussage einer der teilnehmenden Advokaten: Es habe sich bei der Aufgabenstellung um etwas gehandelt, mit dem Anwälte ständig und dauern zu tun hätten. Im Wettstreit handelte es sich also um Routinearbeiten. Etwas, in dem der Mensch schon gut sollte, da er es ständig tut und daher eine Expertise entwickelt hat. Dennoch wird er haushoch von der Maschine überboten.

Ab sofort ist der Roboter Anwalts Liebling?

Wird der Roboter jetzt den Anwalt ersetzen? Werden wir zukünftig in Rechtsstreitigkeiten von Maschinen vertreten? Natürlich nicht.

Denn genauso wie der Beruf des Steuerberaters ist der Beruf des Anwalts ein Beruf der mehr fordert. Er fordern ein Eingehen auf den Menschen, ein Wissen um Details. Er benötigt die Kompetenz und die Erfahrung, um andere Menschen beraten zu können.

Das kann keine Maschine ersetzen. Weder beim Anwalt noch beim Steuerberater. Was der Roboter aber kann: Er kann ihm Routinearbeiten abnehmen. Und diese vor allem in einem Bruchteil der Zeit erledigen, die ein Mensch dafür benötigen würde. Analysieren, auswerten – in die Beratung muss es der Mensch einfügen und richtig auslegen. Das, kann die Maschine nicht.

(Quelle: https://t3n.de/news/ki-schlaegt-anwaelte-analyse-963741/ )

Foto: istockphoto.com/akobchukOlena