Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSVGO)

 – ein Thema, das Unternehmen und Steuerberater in den nächsten Monaten und Jahren intensiv beschäftigen wird.

Datenschutzgrundverordnung Symbolbild © istockphoto.com

Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten der EU stehen vor einer neuen Herausforderung im Datenschutz: Die Umsetzung der am 25. Mai 2016 verabschiedeten EU-Datenschutz-Grundverordnung. Im Mai 2018 tritt die DSGVO europaweit in Kraft und ersetzt somit auch in Deutschland das Bundesdatenschutzgesetz nahezu vollständig. Damit wird ein gleich hoher Datenschutzstandard für alle Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union festgelegt. Die DSGVO wird für den gesamten privaten und öffentlichen Bereich gelten. Sie gilt für alle Unternehmen, die Produkte und Services in der EU anbieten.

Aufmerksamkeit bekommt die DSVGO immer dann, wenn auf dramatische Änderungen wie etwa die drohenden drakonischen Strafen bei Nichtbefolgung hingewiesen wird: Bei Verstößen gegen die DSGVO drohen hohe Geldbußen (bis zu 20 Mio. Euro oder zwei bis vier Prozent des Gesamtumsatzes im Vorjahr), die offenbar existenzbedrohend für die Unternehmen sein können.

Aktuelle Studien zeigen aber, dass das Thema noch nicht gebührend ernst genommen wird. So kam eine vom Softwarehaus Veritas Ende 2016 durchgeführte Umfrage zu einem beunruhigenden Ergebnis für deutsche Unternehmen: Fast die Hälfte (48%) sieht sich nicht gerüstet für die EU-DSGVO. Das ist der schlechteste Wert in Europa.

Umfrage DSGVOÄhnlich das am 29.05.2017 von der Zeitschrift Computerwoche unter dem Titel Datenschutz zweitrangig? veröffentlichte Ergebnis einer Studie des Beratungshauses Carmao. Danach scheinen es die meisten der 300 befragten Vorstände und Geschäftsführer nicht eilig mit der Umsetzung zu haben: „Lediglich jeder zehnte Topmanager erwartet, dass die unternehmenseigene Datenschutzorganisation den Ansprüchen der EU-DSGVO bis Ende dieses Jahres und damit schon deutlich vor der Frist gerecht werden kann. Bis zum 25. Mai 2018 wird aber nach den Bekenntnissen der Befragten nur ein weiteres Drittel den Anforderungen genügen. Also nehmen 57 Prozent der Unternehmen in Kauf, sich für eine gewisse Zeit auf datenschutzrechtlich unsicherem Boden zu bewegen. Fast jeder fünfte Firmenchef gibt sogar an, erst 2019 oder später die Pflichten der EU-DSGVO ausreichend erfüllen zu können.“

Bei Wolters Kluwer nehmen wir das Thema ernst, weil wir überzeugt sind, dass akuter Handlungsbedarf besteht. Daher werde ich Sie In den kommenden Wochen und Monaten kontinuierlich mit Fachbeiträgen über die Bedeutung der DSGVO für Steuerberater und Unternehmen informieren.

Gestartet wird die Artikelserie mit einem Interview, das wir mit einem der renommiertesten Experten im Bereich der Datensicherheit und des Datenschutzes für Steuerkanzleien geführt haben:

Dipl.-Ök. Stephan Rehfeld ist Geschäftsführer der auf Datenschutz für Steuerkanzleien spezialisierten scope & focus Service-Gesellschaft mbH.

Lesen Sie den ersten Teil des Interviews hier auf meinem Blog.

2 Antworten auf „Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSVGO)“

  1. Vielen Dank für den Artikel. Was aber auf keinen Fall vergessen werden sollte, sind die Dokumentationspflichten. Das Unternehmen muss nachweisen können, dass die DS-GVO eingehalten wird und welche Daten erhoben werden. Wird dies nicht dokumentiert, können die hohen Bußgelder folgen.

    1. Da haben Sie vollkommen recht. Vielen dank für Ihren Kommentar. Es ist bei diesem Thema sehr wichtig, richtig und umfassend informiert zu sein, letztlich um alles im Zusammenhang zu sehen und die notwendigen Änderungen vornehmen zu können. Dafür haben wir bei Wolters Kluwer z.B. eigens E-Learnings und Web-Seminare aufgesetzt, die für Steuerberater oder Verantwortliche im Mittelstand eine detaillierte Betrachtung der jeweilig geltenden Vorschriften darstellt.

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