Die Frage lautet nicht „ob“, sondern „wann“

STEUERBERATUNG 4.0

In unserer Eventreihe „move on“, die in diesem Jahr zum dritten Mal stattfand, haben wir den Wandel in der Steuerberatung zum zentralen Thema gemacht. Im Zentrum steht dabei die digitale Transformation, deren Bedeutung für die gesamte Wirtschaft in den vergangenen drei Jahren dramatisch zugenommen hat. Für Steuerberater stellt dieser Wandel eine Herausforderung dar, aber auch die Chance, sich dynamisch weiterzuentwickeln, neue Mandanten zu gewinnen und nachhaltig zu wachsen.

Die Digitalisierung ist heute ein Dauerthema in zahlreichen Medien. So wurde kürzlich in der ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ in einer Vielzahl von Sendungen darüber berichtet, wie die Digitalisierung unaufhaltsam voranschreitet und die klassische Erwerbsarbeit des Industriezeitalters an Bedeutung verliert – durch „Industrie 4.0“, „Sharing-Ökonomie“ oder „Cloud-Working“. Einen Eindruck davon, in welchem Maß die Steuerberatung davon betroffen ist, gibt die von der ARD zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit bereitgestellte App job-futuromat.ard.de.

 

In der ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ (30.10. – 05.11.2016) wurde die App „Futuromat“ (www.job-futuromat.ard.de) vorgestellt, mit der sich die Zukunftsperspektiven von Berufen
anzeigen lassen.

Danach sind 45 % der Tätigkeiten eines(r) Steuerberaters(in) heute bereits durch Maschinen bzw. Software zu erledigen; beim Berufsprofil des(r) Steuerfachangestellten liegt dieser Anteil sogar bei 83 % (siehe Grafiken). Die Herausforderung für den Berufsstand durch die digitale Transformation wird auch an den Online-Buchhaltungsangeboten deutlich, die eine wachsende Bedrohung für diesen nicht unwesentlichen Teil des Steuerberatergeschäfts darstellen. Aufgrund des hohen Rationalisierungs- und Automatisierungspotenzials sind im Bereich der Buchhaltung auch immer mehr gewerbliche Anbieter unterwegs, die einen zusätzlichen Wettbewerbsdruck erzeugen.

Dieses Marktumfeld liefert Argumentationsstoff für Honorardiskussionen, die auch durch die Neufassung des § 4 Abs. 4 StBVV (Informationspflicht des Steuerberaters, dass eine höhere oder niedrigere als die gesetzliche Vergütung vereinbart werden kann) befördert werden.

Wandel vom AnbieterzumKäufermarkt

Dass der Markt in Bewegung ist, zeigt auch die Berufsstatistik der Bundessteuerberaterkammer.  Erstmals ist 2015 die Anzahl der Steuerkanzleien in Deutschland zurückgegangen: Nach immer  schwächerem Wachstum in den Vorjahren von unter 1 Prozent war die Entwicklung der Anzahl der Praxen in 2015 leicht rückläufig. Das sind Zeichen einer Marktkonsolidierung, eines Wandels von einem Anbieter-bestimmten zu einem Käufer-dominierten Markt. Daher ist für die kommenden Jahre ein zunehmender Verdrängungswettbewerb zu erwarten.

Dabei werden diejenigen Kanzleien gewinnen, die ihre Prozesse optimieren und den Mandanten bessere Services anbieten können. Viele – wahrscheinlich sogar die Mehrzahl der Kanzleien – spüren von diesen Trends aktuell in ihrem täglichen Geschäft noch wenig bis gar nichts. Im Gegenteil, sie sind überausgelastet. Aber die sorgfältige Analyse ergibt, dass es Zeit ist, sich über eine zukunftsorientierte Ausrichtung Gedanken zu machen. Im Zeitalter der Digitalisierung können sich Veränderungen sehr schnell vollziehen, wie der Online-Handel oder die neuen Beispiele bei Übernachtungen (Airbnb) bzw. Fahrdiensten (Uber) zeigen. Ein Steuerberater sagte mir kürzlich: „Besser, man lernt schwimmen, solange man noch stehen kann. Wenn das Becken voll ist, könnte es zu spät sein.“

Fazit

Heute haben Sie die Möglichkeit, den Wandel aktiv mitzugestalten. Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung, die wir Ihnen mit ADDISON OneClick bieten, lassen sich Routineaufgaben effizienter erledigen. Sie können Ihren Mandanten neue Services anbieten, damit sie ihre täglichen Büroarbeiten mit weniger Aufwand und gleichzeitig rechtssicher (Stichwort GoBD: zeitnahe Erfassung der  Geschäftsvorfälle) erledigen. Sie können Mandanten aus der Internetgeneration gewinnen, die mehr und mehr die Entscheiderrollen übernehmen oder sich selbstständig machen. Sie steigern Ihre Attraktivität als Arbeitgeber durch moderne Arbeitsmethoden und Entlastung von reinen Erfassungstätigkeiten.

Und last, but not least: Sie können sich um die Tätigkeiten kümmern, die nicht automatisierbar
und langfristig von entscheidender Bedeutung für die Zukunft sind: intensivere Mandantenbeziehungen,
Beratungsprojekte und die strategische Weiterentwicklung Ihrer Kanzlei.

ADDISON news 2/2016[Dieser Text erschien in der ADDISON news, Ausgabe 2/2016. Wenn Sie ein Exemplar haben möchte, schreiben Sie mir einfach...]

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