Vom Kunden her gedacht…

Wenn Sie an „Bank“ denken, dann fallen Ihnen bestimmt Schlagworte ein wie: solide, traditionell, verlässlich. Das Wort App gehört zumindest nicht zu den Worten, die sie direkt damit assoziieren. Aber auch Schnelligkeit, Flexibilität, 24-Std-Service und Preisattraktivität sind nicht zwingend Wörter, die Ihnen sofort einfallen, wenn Sie an eine klassische Bank denken.

© N-26 www.n26.com

N26 ist eine App – und ist eine Bank. Ja, die Reihenfolge kommt nicht von ungefähr. Denn das deutsche Start-Up um die beiden Gründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal hat einen Angriffspunkt der Bankenwelt ausfindig gemacht: Die Kundenfreundlichkeit. Und damit ist nicht die Freundlichkeit des Bankangestellten, der Hotline oder die Kundenzeitschrift gemeint, sondern die Leichtigkeit, Geschwindigkeit und Flexibilität, mit der ein vollumfängliches funktionierendes Konto eröffnet und Transaktionen erledigt werden können. Und in ihrer Definition ist die Bank nicht ein ehrwürdiger Bau mit großer Tradition, sondern eine Anwendung auf einem Smartphone, das mit Fingerzeig und Wischen bedient werden kann.

Die Erwartungshaltung der Generation Y/Z versus das traditionelle Denken und Handeln der Banken.

Mit 2,7 Milliarden US-Dollar ist das Start-Up mittlerweile höher bewertet als das drittgrößte an der Börse notierte deutsche Bankhaus. 2013 gestartet, 2015 der Launch inkl. Girokonto und Mastercard, 2016 eigene Banklizenz. Was für ein Aufstieg. Mit dem Invest von 300 Millionen Dollar sind die Gründer ihrem Ziel, dem Aufbau einer globalen digitalen deutschen Bank einen bedeutenden Schritt weitergekommen.

Trotz Bedenken von Verbraucherschützern, dass die rein digitale Bank auf Kosten der Sicherheit gebaut wäre, die Presse von Manipulationen durch gefälschte Ausweise berichtete.Über 1 Million Kunden zählt die Bank bereits in Deutschland. Tendenz steigend.

Der jungen Generation sind schnelle und bequeme Services lieber und wiegen Bedenken in Punkto Sicherheit mit Leichtigkeit auf. Traditon vs.smarten Kundenservice. Über Jahre gewohnte Systeme, eingeführte Prozesse, seit Generationen gelernte Vorgänge erfahren eine empfindliche Störung (Disruption) durch neue, oft kostengünstigere Möglichkeiten, höhere Verarbeitungsgeschwindigkeiten und eine neue Form von Design und Anwendung.

Der Hebel für dieses High-Noon der Bankenbranche wurde nicht dort angesetzt, wo man ihn vielleicht vor 10 Jahren vermutet hätte. Es wurde nicht nach einer alternativen Organisation gesucht. Man hat den Kunden und dessen Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt. Was will der Kunde? Wie will es der Kunde? Wann will er es?

Technologie ist dabei nicht das disruptive Element – auch wenn sie fast immer eine Rolle spielt. Es ist die fehlende Kundenorientierung und das zu lange Abwarten auf geänderte Kundenbedürfnisse zu reagieren, was die Bedrohung darstellt.